Über mich


Ich bin Joris Atte Gregor (Pronomen: er/ihm oder keine), beziehungsdynamische*r Sexual- und Beziehungsberater*in, Coach und Supervisor*in für geschlechtliche, sexuelle und Beziehungsvielfalt.

Ich lebe seit 2017 in Leipzig. Seit Ende 2021 arbeite ich als Sexual- und Beziehungsberater*in, Coach und Dozent*in in eigener Praxis, seit 2023 tue ich dies hauptberuflich.

Ich gehe in meiner Arbeit davon aus, dass wir alle eingebunden sind in gesellschaftliche Verhältnisse, in unterschiedlichsten Verbindungen stehen mit anderen Menschen und verbunden sind mit unseren biographischen Erfahrungen (also Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft). Diese komplexe Beziehungskonstellation müssen wir verstehen, wenn wir uns (neu) orientieren, gegen Diskriminierung wehren/wappnen, alte und frische Wunden versorgen möchten.

Für meine Tätigkeit als Sexual- und Beziehungsberater*in heißt das: Heilung ist ein Mythos, der verdrängt, dass wir mit unseren körperlichen und mentalen Narben, Schürfwunden und alten Verletzungen ein erfülltes Leben leben können. Ich konzentriere mich stattdessen auf die Salutogenese, also die Rahmenbedingungen, die Menschen benötigen, um sich widerstandsfähig und handlungsfähig zu erleben. Wir schauen gemeinsam nach Momenten und Aspekten des Empowerments, der inneren Kraft und des Regenerierens in Ihrem Leben. Ich verstehe mich ebenso wie andere als kontinuierlich lernend. Das heißt, dass ich anerkenne, das Menschen Fehler machen, und gleichzeitig davon überzeugt bin, dass Menschen aus ihren Fehlern lernen und ihr Verhalten und Denken an die gegebenen Umstände anpassen können.

Als Dozent*in und Coach gehe ich davon aus, dass Menschen dazu fähig sind, lebenslang zu Lernen. Das heißt: Wir können nicht alles wissen, Fehler, Krisen und Irritationen sind Teil von uns und zeigen uns Potentiale für die eigene Entwicklung auf – deshalb sollten wir mit uns selbst und anderen nachsichtig und wertschätzend umzugehen. Gleichzeitig erwächst für mich aus der Befähigung des lebenslangen Lernens die Verantwortung, diese auch zu nutzen. Es ist nie zu spät, die eigene Haltung zu prüfen und ggf. an neue Verhältnisse anzupassen und so persönlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen kompetent zu begegnen.

Ich arbeite..

diskriminierungssensibel – intersektional informiert – LSBTQIA+ aware – bewertungsfrei und fehlerfreundlich – kink aware –heterofriendly – cis- und endofriendly – körperorientiert – traumainformiert

VerOrtungen: Zu meiner Person

Ich bin nichtbinär/trans*, queer und lebe seit über zehn Jahren polyamor. Ich setze mich seit vielen Jahren intensiv mit Beziehungsführung, Kommunikation in Beziehungen und dem liebevollen, wertschätzenden Umgang in Beziehungskonstellationen mit mehr als zwei Menschen auseinander. Der kontinuierliche Austausch mit anderen queeren polyamoren Menschen ist dabei mindestens ebenso hilfreich wie meine Ausbildung zum Coach in der pädagogischen Paar- und Einzelberatung (2004-2006) und in beziehungsdynamischer Sexual- und Beziehungstherapie (2019-2020).

Ich bilde mich kontinuierlich weiter und stehe im lebendigen Austausch mit Kolleg*innen. Ich bin zudem Teil eines Netzwerks aus beziehungsdynamischen Sexual- und Paartherapeut*innen und -berater*innen. Wir treffen uns für interne Fortbildungen und üben unsere Perspektiven und Haltungen an ausgewählten Fällen in kollegialen Supervisionen.

Ich bin zudem Teil von Lust.Punkt, einer Plattform eines interdisziplinär und freiberuflich arbeitenden Therapeut*innen- und Berater*innenteams. Auch hier finden regelmäßig Supervisionen, Wissens- und Informationsaustausch statt.

Wichtige Stationen des lebenslangen Lernens

  • seit 2023 hauptberufliche Tätigkeit als Sexual- und Beziehungsberater*in, Coach und Dozent*in in eigener Praxis
  • 2022 Bildungs- und Beratungsreferent*in in der Geschäftsstelle Sachsen-Anhalt von Trans-Inter-Aktiv in Mitteldeutschland e.V. in Magdeburg
  • 2022 Zertifizierte Fortbildung „Intergeschlechtliche Menschen und ihre Angehörigen kompetent beraten“ durch Intergeschlechtliche Menschen e.V.
  • 2021-2022 Leitung des Projekts „Modi der spätmodernen sexuellen Selbstwerdung“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zur Entwicklung der sexual-moralischen Landkarten
  • seit 2021 Mitglied des überregionalen Netzwerks Sexualtherapie (Austausch, Intervision, interne Weiterbildung)
  • 2019-2020 Ausbildung in Beziehungsdynamischer Sexual- und Paartherapie am Institut für Beziehungsdynamische Sexualtherapie, Berlin
  • 2015-2016 Leitung des Projekts „Trotzige Körper. Zur Relevanz von Materialität für Geschlechterforschung und Körpersoziologie aus der Perspektive des new materialism“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • 2014 Promotion zur Dr. phil. an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit einer Biographieforschung mit intergeschlechtlichen Menschen am Schnittpunkt von Soziologie, Geschlechterforschung und Queer Theory (Prof. Dr. Hartmut Rosa, Prof. Dr. Melanie Steffens)
  • 2008 Abschluss des Studiums (Magistra Artium) mit einer qualitativen Studie zur Organisationsentwicklung Autonomer Frauenhäuser in Niedersachsen (Prof. Dr. Dr. Peter Alheit)
  • 2004-2006 Ausbildung in Coaching (Einzelpersonen und Unternehmen) sowie Einzel- und Paarberatung an der Georg-August-Universität Göttingen im Rahmen des Studiums (Prof. Dr. Berd Fittkau)

Praktische Erfahrungen

  • seit 2023 ehrenamtliche Beratung von inter* Personen und zu §45b für Trans-Inter-Aktiv in Mitteldeutschland (TIAM) e.V.
  • 2022 Beratung von trans*, inter* und nichtbinären Menschen für TIAM e.V.
  • seit 2010 Erwachsenenbildung zu geschlechtlicher, sexueller und Beziehungsvielfalt
  • 2010-2022 Universitäre Lehrtätigkeit mit den Schwerpunkten Gender und Queer Theorie, Körpersoziologie sowie Qualitative Sozialforschung
  • seit 2017 Kollegiale Supervisionen für aktivistische Gruppen
  • seit 2012 Fachberatungstätigkeiten (wiss. Beirat, Beratungen von Fachpersonal) zu den Themen geschlechtliche und sexuelle Vielfalt
  • 2008-2009 Pädagogische Mitarbeit im Autonomen Frauenhaus sowie im Sozialdienst des Uniklinikums in Rostock
  • mehrjährige Selbsterfahrung